Der Tag begann um 6:50 Uhr im Spar.

Eigentlich wollte ich nur schnell einkaufen. Dort angekommen erfuhr ich allerdings, dass die Lieferung nicht gekommen war. Damit hatten die Mitarbeitenden wenig zu tun – und die Kundschaft nicht besonders viel zum Einkaufen.

Die Stimmung war entsprechend überschaubar.

Also das Nötigste eingepackt und schnell wieder los. Da unsere Kaffeemaschine am Vortag kaputtgegangen war, hielt ich es außerdem für eine gute Idee, noch irgendwo einen Coffee to go zu besorgen. Leider war ohne Umweg keiner zu bekommen.

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie oft ich im Laufe des Tages hören würde, dass wir keine funktionierende Kaffeemaschine haben.

Aber zurück zum Job.

Frühstück können wir inzwischen. Das lief quasi von selbst: Alles auf die Tische, Brötchen aufbacken, Müsli und Obst bereitstellen.

Martin schnitt noch schnell einige Bananen in mundgerechte Stücke und verteilte sie direkt. Die waren ebenso schnell verschwunden.

Langsam befürchte ich, dass wir gar nicht so viel Obst besorgen können, wie hier gegessen wird. Schließlich verschwindet nicht nur das Obst bei den Mahlzeiten. Auch von dem, was wir über den Tag bereitstellen, bleibt erstaunlich wenig übrig.

Nach dem Frühstück ging es direkt an die Vorbereitungen fürs Mittagessen. Zum Kartoffelschälen bekamen wir Unterstützung von zwei Teilnehmenden. Mindestens einer davon wusste ganz genau, was er tat und wovon er sprach.

Die erste Planung lautete:

15 Kilogramm Kartoffeln.

Nach einem kurzen Austausch entschieden wir uns vorsichtshalber für 20 Kilogramm.

Kurze Panik im Gesicht der Teilnehmenden.

Dann kam die entscheidende Frage: „Wofür schälen wir die eigentlich?“

„Kartoffelpuffer.“

Die Antwort kam sofort: „Dann schälen wir lieber 30 Kilogramm.“

Kurz gelacht – und weitergemacht.

Zu den Kartoffelpuffern gab es Apfelmus, eine Soße auf Frischkäsebasis, Speckwürfel und Rübenkraut. Und für alle, die danach tatsächlich immer noch Hunger hatten, standen Brot und Aufschnitt bereit.

Was soll ich sagen: Gut, dass ich direkt beim ersten Testkartoffelpuffer schon einmal probiert hatte.

Nach dem Mittagessen wurde kurz gespült. Anschließend bestand die Möglichkeit, mit auf den Berg zu fahren. Martin und Patricia machten sich auf den Weg, während ich in der Küche blieb.

Mein Plan: schnell den verspäteten Küchenbericht fertigstellen.

Das Internet hatte einen anderen Plan.

Nach einigen erfolglosen Versuchen blieb ich leicht frustriert zurück und widmete mich wieder Dingen, die auch ohne Internet funktionieren: Küche aufräumen, eine Soße für einen zweiten Nudelsalat vorbereiten und sechs Paprikahälften als fleischfreie Alternative für das abendliche Grillen füllen.

Dann mussten nur noch der Grill und das Buffet draußen aufgebaut werden. Grill anheizen – und los ging die Grillerei.

Martin verlängerte derweil noch den vorhandenen Nudelsalat. Der Busfahrer hatte davon schließlich schon am ersten Abend genascht.

Pünktlich zum geplanten Beginn des Abendessens waren 60 Stücke Schweinenacken, zehn Bratwürstchen, die gefüllten Paprikahälften und Grillkäse fertig.

Das klingt zunächst nach einer soliden Grundlage.

War es aber offenbar nicht.

Wir versuchten, live und in Farbe gegen die hungrige Meute anzugrillen.

Keine Chance.

Es folgten Geflügel, Grillfackeln und weitere Mengen, bei denen man irgendwann besser nicht mehr mitzählt. Gleichzeitig rückte gefühlt der Sonnenuntergang immer näher. Die Teilnehmenden wollten schließlich noch zum Bienenspiel auf eine Wiese.

Ich hatte irgendwann das Gefühl: Wenn wir nicht aufgehört hätten zu grillen, hätten sie einfach rund um die Uhr weitergegessen.

Aber irgendwann war auch der letzte Hunger gestillt und das Abendprogramm konnte beginnen. Martin und Patricia waren anschließend beim Bienenspiel als Blumen unterwegs, während ich schon einmal diesen Bericht vorbereitet habe.

Damit zeichnet sich auch ein neuer Veröffentlichungsrhythmus ab: Morgens ist dafür einfach keine Zeit. Zwischen Frühstück, Spülen und Mittagessen bleibt der Bericht regelmäßig auf der Strecke.

Der Küchenblog erscheint deshalb ab jetzt voraussichtlich in der Mittagspause.

Vorausgesetzt natürlich, das Internet spielt mit.